Wo zum Hugo?!

Hugo berichtet: Die erste Orientierungsfahrt der Gruppe 55 – zwischen Märchen, Kompass und Straßengraben

Gleich vorweg: Wer gedacht hat, Rallye heißt einfach nur „da lang fahren“, hat die Rechnung ohne die Gruppe 55 gemacht. Vier Etappen, vier komplett unterschiedliche Arten, sich zu verirren: klassische Rallye-Beschreibung, eine mit Kompass und Richtungsangaben (für alle mit innerem Pfadfinder), eine märchenhafte Variante (kein Scherz – mit „Es ward dem schmächtigen Bernhard prophezeit worden, am Kreisplatz den dritten Ausgang zu nehmen“) und ein 15 Meter langes Wegkroki, bei dem erst mal alle rätselten, ob das jetzt Kunst ist oder der Ausdruck verrutscht ist. Kurz: Das anfängliche Chaos bestand nicht nur darin, den Motor zu starten, sondern überhaupt mal zu verstehen, was man da eigentlich tun soll. Aber hey – wir wären ja nicht wir, wenn wir uns davon aufhalten ließen.

Diese Karten muss man erst verstehen

Und dann ging’s los: Karte auf den Schoß, Streit auf dem Beifahrersitz, Rätselraten an jeder Kreuzung – Rallyefeeling vom Feinsten. Und natürlich gab’s auch ein paar echte Abenteuer am Wegesrand. Zum Beispiel den kleinen Audi, der den Straßengraben aus der Nähe kennenlernen durfte. Doch kein Grund zur Panik: Jakob – Held des Tages – rückte mit seinem Multivan an, warf einen Spanngurt aus wie ein Cowboy sein Lasso, und hatte die Karre in 15 Minuten wieder auf der Straße. Persönliches Highlight für ihn – und ehrlich: schöner kann man einen Rallyetag kaum zusammenfassen.

Großen Respekt auch an Team Tüt-Tüt, das sich trotz aller Widrigkeiten nicht unterkriegen ließ, weiterfuhr und sich am Ende den dritten Platz schnappte. So geht das!

Auch unsere Youngsters hatten ihren ganz eigenen Film am Laufen: gerade beim Rückwärtsfahren (in einer Sonderprüfung) ein bisschen lässig abgeschnallt, als plötzlich Blaulicht hinterm Heck auftauchte. Polizei. Auf Privatgrund. Kurze Irritation, dann aber entspannter Smalltalk und ein „Gute Weiterfahrt!“ – Rallye mit Polizei-Bonus. Gibt’s auch nicht alle Tage.

In Sachen Tempo ging ein Mustang ordentlich steil und brachte sieben Frösche zum Platzen (natürlich plastik und freiwillig). Nur leider war das Glück nicht von Dauer: Der Kompass führte das Team zwar mit beeindruckender Entschlossenheit – aber leider geradewegs auf Abwege. Und dann – mitten auf der Strecke – eine schokoladefarbene Versuchung, die den Weg versperrte. Oh nein. Eine Zwangspause. Niemand kam durch. Dafür gab’s Trost in Form von Eis und Schokolade. Fairerweise: Es gibt schlimmere Orte für eine Unterbrechung.

Zweiter Platz ging an Familie Klenner, zwar punktete der Bully nicht in Sache Geschwindigkeit, aber in der anspruchsvollsten Strecke — dem Kroki — fanden sie den Weg in absoluter Bestzeit – Chapeau!