Sandburgen im Dezember

Ein Wochenende in Jordanien

Steckbrief

Haschemitisches Königreich Jordanien

König Abdullah II

Einwohner 10 100 000

Hauptstadt Amman

Größe 89 342km² (fast gleichgroß wie Österreich)

Ihr müsst ja eines wissen, jeden Wintermorgen, wenn ich mir über mein Cape einen Schal binden muss und am Weg zu meinen Heldentaten auf Glatteis ausrutsche, dann denke ich mir: „Brrrr Zitter, Zitter — Es reicht“

Also packte ich meine Sieben Sachen und flog kurzerhand über das Wochenende nach Jordanien.

Die Reise begann schon sehr lustig, gerade als ich gemütlich über dem Mittelmeer war, kam die Ansage, dass ich demnächst in den Luftraum von Israel einfliegen würde und deswegen nicht mehr aufs WC dürfte und das fast 1,5 Stunden bevor ich gelandet bin. Ihr müsst wissen, dass Israel in ständiger Angst vor Angriffen lebt und deswegen sehr streng ist, aber wisst ihr wie dringend ich aufs WC musste? Sei es wie es sei, ich kam sicher an und es war so viel wärmer als Zuhause.
Nur langweiler bleiben im Hotel und wozu extra wohin fliegen, wenn man nichts sieht? also habe ich mir das Land angeschaut. Die nähe zu Israel hat dafür gesorgt, dass im Mittelalter ganz viele Kreuzritterburgen gebaut wurden, denn Jerusalem war das Ziel vieler Kreuzzüge und alle wollten es erobern.
Ich habe mir also die Burg Karak angesehen und es war sehr beeindruckend. Was Menschen so ganz ohne Maschinen und Superkräfte im Mittelalter auf einen Berg gebaut haben! Aber warum haben die das gemacht? Ich habe mir dann erkären lassen, dass die ganze Region des Jordantals — also der Bereich entlang der Grenze von Jordanien und Israel — die Gegend ist, in der sich so ziemlich die ganze Bibelgeschichte abgespielt hat.

Kreuzfahrerburg Karak

Salzpanzer am Ufer entstehen durch die ständige Verdunstung.

Eine der spannensten Naturattraktionen der Welt — das Tote Meer — ist ein gutes Beispiel. Denn das Tote Meer ist der tiefste Punkt der Welt. 450 Meter unter dem Meeresspiegel und es ist sooooooo salzig, dass kein Tier darin leben kann (darum auch Totes Meer). Das wasser fühlt sich ganz ölig an und man kann im Wasser stehen! Durch das viele Salz kann man im Wasser nicht untergehen. Die Strände sind aus purem Salz und es ist einfach spannend und witzig.
Jedenfalls ist das Tote Meer historisch auch spannend, denn an einem der Ufer wurde Jesus getauft und das Meer Selbst sei der Ort, an dem die Städte Sodom und Gomorra und die von Gott vernichtet wurde und deren Bewohner zu Salzsäulen erstarrten.

Das Ufer des Toten Meers

Aber es gibt auch alte Städte, die immernoch stehen!

Im Süden von Jordanien ist die Wüstenstadt Petra. Vielleicht hast du schon einmal den Film Indiana Jones und der letzte Kreuzzug gesehen, dann wirst du Petra kennen. Die stadt wurde von den Nabatäern in einer schmalen Schlucht gebaut und war lange die Hauptstadt eines Königreichs. Weil es mitten in der Wüste lag, liefen nahezu alle Karawanenrouten durch Petra und die Stadt wurde sehr wohlhabend.
Das Römische Reich stand immer wieder im Konflikt mit den Nabatäern und schaffte es dann auch irgendwann Petra zu erobern, danach verliefen die Handelsrouten anders und die Stadt wurde unbedeutend.

Aber Petra ist Atemberaubend. Du kommst dort nur durch eine lange finstere Schlucht und am Ende strahlt einem das erste Gebäude entgegen. Danach öffnet sich die Stadt und die Rosa Bauwerke, die alle aus der Sandsteinklippe gemeißelt wurden leuchten strahlend in der Sonne.

Das „Schatzhaus“ ist eigentlich ein Grabmal

Die meisten „Gebäude“ die noch stehen waren Gräber. Aber die Nabatäer feierten Feste in den Gräbern zum Gedenken an die Verstorbenen.

Je nach Stein, sehen die Gebäude anders aus.

Das größte Gebäude ist das „Kloster“ hier haben Mönche im verlassenen Grab eine Kirche betrieben. Kannst du sehen, wie klein die Menschen sind — da siehst du, wie groß das Gebäude eigentlich ist.

Die ruinen der Osmanischen Burg in Akkaba.

Petra wurde zwar in der verlassenen Wüste gebaut, aber seit dem wurde viel gebaut und der Großteil Jordaniens ist zwischenzeitlich bewohnt. Aber noch vor 100 Jahren, war besonders der südliche Teil Jordaniens noch eine gefährliche Wüste.

1917 verteidigten die Osmanen den Hafen von Akkaba, das war besonders für die Briten eine große Gefahr und sie wollten die Stadt erobern, über das Meer war das aber unmöglich. Ein britischer Offizier T.E. Lawrencegelang es aber, mit der Hilfe von Arabischen Stämmen die tötliche Wüste zu durchqueren und Akkaba von dort aus zu erobern.

Ein teil der Wüste heißt Wadi Rum und ist ein Naturpark, man kann sie heute noch besuchen und dort mit dem Geländeauto herum fahren.

Das hier sind die Sieben Säulen der Weisheit, eine Felsformation in Wadi Rum.